Vom einfachen Frieden

Weihnachten ist kein Zeitpunkt
und keine Jahreszeit,
sondern eine Gefühlslage.
Frieden und Wohlwollen
in seinem Herzen zu halten,
freigiebig mit Barmherzigkeit zu sein,
das heißt, den wahren Geist
von Weihnachten in sich zu tragen.
John Calvin Coolidge, Jr.

Dieses Zitat habe ich gestern meinen Arbeitskollegen geschickt, als ich mich in den Weihnachtskurzurlaub verabschiedet habe. Besonders das warme Wetter da draußen (auf meiner Wiese blühen unzählige Gänseblümchen) macht es dem umfassenden Weihnachtsgefühl nicht gerade leicht. Hinzu kommt, dass die letzten Wochen wirklich mehr als vollbepackt waren und ich mir Mühe geben musste, auch mal irgendwie zur Ruhe zu kommen und mir Auszeiten zu gönnen. Und dann denke ich ja ganz gerne etwas nach. Ist das Weihnachtsfest vom Wetter abhängig? Müssen wir uns vom Trubel der Welt mitreißen lassen? Freilich ist es schön, wenn es draußen klirrend kalt ist, ein klares Weiß unsere Heimat einhüllt und damit dem Weihnachtslicht noch mehr Glanz verleiht. Aber ich denke, Mr. Coolidge oben im Zitat hat es ganz gut getroffen: Weihnachten ist keine Jahreszeit.

Und immer, wenn ich abends nach Hause gekommen bin, mit Nils die Kerzen am Adventskranz angezündet habe, unsere geliebten Räucherkerzchen uns Weihnachten haben riechen lassen, dann fühlte ich mich angekommen. Zu Hause. In Weihnachten. Die erzgebirgische Zelle…ihr wisst. In unserer Blase, die den Stress der Schule und des Alltags außen vor lässt. Und das ist mir wichtig. Dass wir an alten Traditionen festhalten. In der Moderne dieser Zeit. Dass Nils so groß wird, dass es ihm wichtig ist, den Advent zu feiern und es einfach eine besondere Zeit ist. Auf die man sich freuen kann. Jedes Jahr aufs Neue.

Ich freue mich schon auf heute Abend, wenn ich in Wernesgrün ankomme und meine Heimat mit ihren typischen erzgebirgischem Weihnachtsschmuck und unzähligen Lichtern in den Fenstern herzerwärmend strahlt. Freunde von früher aus meiner Klasse werde ich wie alle Jahr wieder treffen. Ich freue mich auf die Zeit mit meiner Familie. Auf die Kochkünste meiner Mutter, die sich seit Wochen schon so viel Mühe gibt, für ihre Kinder und Enkelkinder alles schön zu machen ;-). Ich freue mich auf gemeinsame Lebensgeschichte, Raachermannln und Dresdner Stollen. Butterplätzchen und gesungene Lieder. Ich freue mich auf die Kirche in Wernesgrün, die am Heiligen Abend immer mit unzähligen  Kerzen erleuchtet sein wird.

Ich weiß, dass das Schicksal momentan arg zu toben scheint. Gerade durch die Veröffentlichung meines Buches oder durch den Blog hier, habe ich viele gute und auch traurige Reaktionen und Briefe bekommen. Ich wünsche jedem einzelnen, dass das kommende Weihnachtsfest keine drohende Herausforderung darstellt, sondern man sich tragen lassen kann. Von der Geschichte dieser Welt. Erinnerungen und Zuversichten. Dass einem das Herz von dieser besonderen Zeit nicht schwerer sondern ein wenig tröstend leichter werden kann. Ich wünsche jedem einzelnen, keine Angst vor dem Heiligen Abend und dem Neuen Jahr zu haben. Ich wünsche Abschiede Hand in Hand, Gemeinsamkeit und heilende Herzen.

Gerade gestern Abend habe ich mit einem guten Freund ordentlich philosophiert. Was passiert, wenn man stirbt. Es ist unvorstellbar, dass da mehr sein soll. Dass es weitergehen kann. Irgendwie. Man kann es doch gar nicht fassen und erst recht nicht erklären oder beweisen.

Ich persönlich bin davon überzeugt, dass unser letzter Atemzug nicht das Ende ist. Ebenso kann ich aber beim besten Willen nicht erklären, was danach geschehen wird. Das werde ich dann auch erst erfahren können, wenn es soweit ist. Ich kann es aber spüren. Und wisst ihr, zu welchem Schluss ich gekommen bin? Glauben. An etwas zu glauben, bringt Frieden. Sich an Gutem festzuhalten trägt einen auch durch schwere Zeiten. Sich in schützende Hände zu begeben, erlöst von Schmerz und Angst. Wir sind nicht allein. Ich bin nicht allein. Und ich glaube an den Himmel.

Ich persönlich habe den Wunsch, Frieden zu haben. Zu empfinden. In meinem Herzen, meiner Seele, meinem Kopf. ZuFRIEDENheit. Mit dem, was ich tue. Mit meinen Möglichkeiten. Was mir nicht gut tut, sortiere ich aus. Was eine Wohltat ist, wird gehegt und gepflegt. Und da stehen natürlich ganz oben die Menschen, die mich durch mein Leben begleiten. Ich möchte gemeinsame Zeiten verbringen. Reden. Lachen. Weinen. Schreiben. Singen. Schöne Dinge erleben und Herausforderungen nicht allein meistern zu müssen. Ich bin mitten drin im Leben.

Habt eine schöne Zeit. Lasst den Geist der Weihnacht in Euer Herz.  Schließt Frieden und glaubt.

Alles Liebe von Eurer Anja

Und jetzt zum Abschluss noch eines meiner Lieblingsweihnachtslieder aus dem Ausland (dass ich alles Traditionelle liebe und auswendig kann, steht eh außer Frage ;-) )

Micheal Bublé mit Silent Night…Ich liebe es, wenn der Kinderchor einsetzt.

 

Weihnachtsgruss

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s